50 Jahre Großmarkt Stuttgart
Stuttgart, 19. April
2007
Rundes Jubiläum für das Frischezentrum des
Südwestens
Seit 50 Jahren steht der Großmarkt Stuttgart für
Frische, Vielfalt und Qualität
Bundesweit ist der Stuttgarter
Großmarkt der drittgrößte Markt nach Hamburg und München. Rund zwölf
Millionen Menschen in einem Umkreis von 300 Kilometern werden markttäglich
mit frischen Lebensmitteln versorgt. Hier wird Ware aus aller Welt
angeliefert und verkauft. Ganzjährig ist hier Obst und Gemüse erhältlich.
Erdbeeren im Dezember? Kein Problem, wenn das Anbaugebiet im Süden liegt! In
der Regel dauert es nicht mehr als 36 Stunden bis bestellte Produkte auch
aus exotischen Ländern den Großmarkt erreichen.
Ein weiterer Schwerpunkt des
Warenangebotes liegt auf frischen regionalen Produkten. Nur wenige Stunden
nach der Ernte werden sie bereits in der Erzeugerhalle gehandelt. Die
kürzeste Verbindung vom Feld auf den Teller führt über die Drehscheibe des
Stuttgarter Großmarktes.
Nicht nur in Sachen Frische
die Nummer Eins
Der Großmarkt ist unbestritten das
wichtigste Frischezentrum im Südwesten. Der Warenumschlag beträgt jährlich
rund 490.000 Tonnen bei einem Umsatz von
530 Millionen Euro. 370 Unternehmen und Händler sind auf dem Stuttgarter
Großmarkt präsent. Dazu gehören Importunternehmen, Großhändler, regionale
Erzeuger, Gärtnereien, Blumenhändler und Zubehörhandel. Über 2.000 Menschen
aus zwanzig Nationen sind auf dem Stuttgarter Großmarkt
beschäftigt.
Vielfalt, Frische und Qualität: Diese
drei Werte stehen hier im Mittelpunkt. Zur Angebotsvielfalt gehört auch eine
Brotbäckerei, deren Ware bis nach Hamburg begehrt ist. Mittelmeerfisch wird,
schon wenige Stunden nach dem Fang, frisch geliefert. Um eine optimale
Warenqualität zu gewährleisten, wird in modernste Klimatechnologie
investiert. Mehrere automatisierte Bananenreifereien befinden sich auf dem
Großmarktgelände.
Globale Genüsse
Alle reden von der globalisierten
Wirtschaft – auf dem Stuttgarter Großmarkt ist sie schon seit Jahrzehnten
Realität. Frische Ware aus Europa, Afrika, Australien und Amerika wird an
365 Tagen im Jahr gehandelt. Avocados aus Ecuador und Erdbeeren aus Ägypten,
Kirschen aus Chile und Mangos aus Australien, Riesenknoblauch aus Zimbabwe
und Walnüsse aus Frankreich, Datteln aus Israel und Passionsfrüchte aus
Kenia, Granatäpfel aus Marokko und Sultaninen aus der Türkei, Peperoni aus
Spanien und Muskattrauben aus Italien, Blumen aus Costa Rica und
Kolumbien... Produkte aus der ganzen Welt sind hier sinnlich erlebbar.
Innerhalb weniger Stunden, meist bereits im Morgengrauen, ist die Ware an
Einzelhändler, Kantinen, öffentliche Einrichtungen und Restaurants verkauft.
Auch die Spitzengastronomie deckt sich hier mit frischen Produkten
ein.
Von der planerischen Idee zur
Umsetzung
Erste Pläne zur Schaffung einer
Großmarktanlage reichen bis ins Jahr 1934 zurück. Doch erst am 24. Februar
1955 fällt im Gemeinderat mit großer Mehrheit die Entscheidung für den Bau
einer modernen Großmarktanlage. Baugrundstück ist eine verkehrsgünstig
gelegene Brachfläche in Stuttgart Wangen, der sogenannte Flaschenhals
zwischen Heizkraftwerk und Neckar. Nach zwei Jahren Bauzeit ist die rein
funktionale Anlage fertig gestellt. Am 1. April 1957 wird der Großmarkt
Stuttgart von Oberbürgermeister Arnulf Klett eingeweiht. Die „Brücke
zwischen Erzeuger und Verbraucher“, so das Redemanuskript, nimmt als eine
der modernsten Anlagen ihrer Art den Betrieb auf.
Nur wer sich verändert, bleibt jung
Kontinuierlich wird die Infrastruktur
des Großmarktes den aktuellen Erfordernissen angepasst. 98 Prozent der Waren
werden heute per LKW angeliefert. Entsprechend wurde die Gleisanlage von
ehemals neun Gleisen auf ein Gleis zurückgebaut. Gabelstapler transportieren
mannshohe Paletten, wo früher noch mit der Handkarre gearbeitet wurde. Alle
wesentlichen Neuerungen der Logistik – Transport, Lagerung, Verteilung –
lassen sich hier bestens studieren.
Auch nach fünfzig Jahren so frisch wie am
ersten Tag
Neben dem Großhandelsimport spielen
auch der Erzeugermarkt sowie der Blumengroßhandel von Anfang an eine
wichtige wirtschaftliche Rolle. Als Umschlagplatz für heimisches Obst und
Gemüse war der Stuttgarter Großmarkt bundesweit von Bedeutung: Über dreißig
Prozent der Obstproduktion im Bundesgebiet stammte in den 50er Jahren aus
Baden-Württemberg und wurde über Stuttgart gehandelt. Die Gewichtungen und
die Distributionswege haben sich verändert. Aber eines ist geblieben. Seit
dem ersten Tag der Gründung ist der Großmarkt Stuttgart unter städtischer
Regie und arbeitet Jahr um Jahr profitabel.
Besonderen Wert legt man auf dem
Großmarkt auf umweltschonende Verfahren. Was nicht mehr verkäuflich ist,
wird in der betriebseigenen Recyclinganlage unter bestmöglicher Ausnutzung
der Ressourcen sortiert und dem Wertstoffkreislauf wieder
zugeführt.
Eine moderne und schlanke Struktur
Im Jahr 2005 wurde eine Reorganisation
der Märkte in Stuttgart vorgenommen Die neu gegründete Märkte
Stuttgart GmbH & Co. KG bündelt seitdem die Marktaktivitäten in
Stuttgart. Neben dem Großmarkt sind dies insbesondere die Markthalle und die
Wochenmärkte sowie der Flohmarkt und die Krämermärkte. Als Betreiber des
Großmarktes kümmert sich die städtische Gesellschaft um Marketing,
Infrastruktur, Vermietung, Ablauf und Aufsicht des Großmarktes. Drei Werte
sind dabei von zentraler Bedeutung: Frische, Vielfalt und Qualität. Karl
Kübler, Geschäftsführer der Märkte Stuttgart: „Nur wenn die Ware direkt und
auf dem schnellsten Weg zum Konsumenten gelangt, ist sie frisch. Deshalb ist
eine perfekte Infrastruktur von überragender Bedeutung für die Frische der
Produkte. Die verkehrsgünstige Lage des Großmarktes garantiert kurze Wege in
die gesamte Neckarregion und somit eine optimale Versorgung.“
Mit dem Großmarkt verfügt Stuttgart seit fünfzig Jahren über einen ebenso
leistungsfähigen wie verlässlichen kommunalen Partner, der auf höchstem
Qualitätsniveau die Versorgung der Stadt und ihrer weiteren Umgebung mit
frischen Lebensmitteln aus aller Welt gewährleistet.
|